Ein internationaler Gast

6. September 2015 at 13:05

Heute geht’s weiter. Ein internationaler Gast hat sich den Fragen im Interview gestellt, Thomas P. Seit einiger Zeit in Luxemburg sesshaft, seit einiger Zeit Mitglied bei Lumifaktur und immer mit dabei. 

Also auf…

Lumifaktur: Wie lange fotografierst du schon, Thomas?
Thomas P.: Ich fotografiere seit meinem 16. Lebensjahr. Das wären dann also 38 Jahre, allerdings gab es auch längere Phasen, in denen ich fotografisch inaktiv war.

Lumifaktur: Wie bist du zur Fotografie gekommen, gab es ein besonderes Schlüsselerlebnis für dich?
Thomas P.: Damals, 1977, verdiente ich mein erstes eigenes Geld. Und was heute das Smartphone, war damals die Spiegelreflex. Zu der Zeit war ich von der Arbeit der Pressefotografen schwer beeindruckt und wollte das unbedingt auch machen.

Lumifaktur: Wo liegen deine persönlichen Schwerpunkte in der Fotografie?
Thomas P.: Analoge SW-Fotografie macht den Hauptteil meiner Bilder aus. Bestimmte Motive mache ich allerdings bevorzugt digital. Meine Detailbilder zum Beispiel.

Lumifaktur: Was sind die Lieblingsmotive und wo findest du sie vorzugsweise?
Thomas P.: Im Moment bin ich „detailversessen“. Ein Bild, das z.B. voll mit Seifenpackungen der gleichen Marke ist, ist für mich alles andere als langweilig.

Lumifaktur: Kannst du uns bitte kurz was zu deiner Ausrüstung sagen?
Thomas P.: Zur Zeit sind hauptsächlich eine analoge Hasselblad 501 C/M Mittelformatkamera mit den 3 Objektiven 50mm, 80mm und 150mm, sowie eine kleine Fuji X-20 im Einsatz. Ab und an nehme ich auch eine alte Rollei 35S mit.
Als Zubehör gehört zur Hassi natürlich ein Belichtungsmesser: Sekonic Studio deLuxe III – weil der ohne Batterie auskommt – oder ein Gossen Profisix.
Mein Stativ ist ein altes Manfrotto 055B mit einem Gitzo-Kugelkopf der Serie III.

Lumifaktur: Gibt es so etwas wie eine Lieblingskamera bei dir?
Thomas P.: Da liegt die Schwedin eindeutig vorn! Schon der Haptik wegen.

Lumifaktur: Wenn du analog fotografierst, gibt es noch ein aktives Fotolabor bei dir?
Thomas P.: Ich entwickle meine SW-Filme selbst. Da bekomme ich nachvollziehbare Ergebnisse in kurzer Zeit und brauche nicht viel Platz. Danach geht’s dann aber via Scanner am Computer weiter.

Lumifaktur: Printest du deine Bilder selbst oder lässt du das machen?
Thomas P.: Ich printe meine Bilder selbst aus. Das geht bis zur Größe von A2 und liefert hervorragende Ergebnisse.

Lumifaktur: Dann hier mal eine etwas speziellere Frage. Hat sich deine Sichtweise oder deine Perspektive auf die Fotografie allgemein sowie deine Arbeitsweise durch die Zugehörigkeit zu Lumifaktur verändert?
Thomas P.: Absolut! Ich bin mir meiner selbst viel bewusster geworden und lerne die Sicht der anderen kennen und schätzen.

Lumifaktur: Was bringen dir die Diskussion und der Gedankenaustausch auf Lumifaktur?
Thomas P.: Da unser Austausch sich nicht in „geil“, „super“ und „toll“ erschöpft, ist Diskussion gefragt. Die Sicht der anderen auf meine Bilder oder der Vergleich meiner Beurteilung mit der anderer sind überaus anregend.
Allerdings gibt es Kollegen hier, die machen einfach „geile“ Fotos!

Lumifaktur: Eine ernste und ernstgemeinte Frage. Hast du einen „Geheimtipp“ zum Fotografieren für uns?
Thomas P.: Bilder anderer Kollegen und Kolleginnen als Vorbild zu nehmen kann sehr dabei helfen, eine eigene Sicht auf die Motive zu gewinnen.

Lumifaktur: Sag Thomas, hast du eine Art Lieblings-Location, wo du hingehst um dich zu inspirieren?
Thomas P.: (grübelt….) Ein WC ist nicht der schlechteste Ort dafür…

Lumifaktur: Hast du ein besonderes Bild für uns, dass wir zusammen mit deinen Antworten im Blog auf Lumifaktur.de zeigen können?
Thomas P.: Ja, bitte sehr: Der Strandspaziergang

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Lumifaktur: Erzählst du uns noch bitte kurz was zum Bild?
Thomas P.: Es entstand im Herbst an der belgischen Kanalküste. Das Bild ist horizontal drei Mal getrennt durch den Horizont, die sich überschlagenden Wellen und den Strand. Die Pferde und die Spaziergänger folgen dieser horizontalen Linienführung, brechen sie aber auch teilweise durch eine vertikale Komponente auf. Das Licht war ganz besonders beeindruckend an dem Nachmittag: Graue Wolken über dem Meer und Sonnenschein am Strand ließen die Reiter und Spaziergänger sehr plastisch – fast wie vor einer Leinwand – hervortreten. Die Jacke der Spaziergängerin hätte aber auch nicht beige sein dürfen!


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