Das erste Interview

4. August 2015 at 19:18

Beginnen wir unsere lose Reihe von Interviews mit den Mitgliedern von Lumifaktur.de. Dabei fangen wir heute, so wie es sich gehört, mit dem ersten Vorsitzenden des Vereins an.

 

Lumifaktur: Axel, wie lange fotografierst du schon?
Axel O.: Nun, meine erste Kamera bekam ich mit 6 Jahren. Ich weiß es noch genau, es war ein Miniteil mit halbiertem Rollfilm. Danach kamen die Instamatics auf, von denen ich ein paar besaß. Ernsthaft angefangen habe ich so im Alter von etwa 20 Jahren mit einer alten Zeiss Contaflex. Ein Schulkollege zeigte mir damals auch die Laborarbeit.

Lumifaktur: Wie bist du zur Fotografie gekommen, gab es ein besonderes Schlüsselerlebnis für dich?

Axel O.:  Mein Vater hat immer fotografiert und gefilmt. Das war dann für mich quasi vorbestimmt.
Ein Schlüsselerlebnis hatte ich wirklich. Es war ja früher so, dass man mit der Familie gerne mal zum Fotografen ging.
Unser Fotograf hatte ein recht kleines Studio mit schwarzer Holzbühne. Am Bühnenrand lagen die
Gehäuse und Objektive. Es waren die Würfel aus Schweden. Als Kind schwor ich mir: wenn  ich einmal groß bin, möchte ich auch genauso eine Kamera haben.

Lumifaktur: Sag Axel, wo liegen deine persönlichen Schwerpunkte in der Fotografie?
Axel O.: Meine Schwerpunkte liegen ganz klar in der analogen Fotografie. Letztendlich ist natürlich bei einem guten Bild die Quelle unwichtig. Aber mir geht es auch um den Weg zum Bild. Meine Bilder entstehen zu fast 90% auf SW Film.
Lumifaktur: Was sind die Lieblingsmotive und wo findest du sie vorzugsweise?
Axel O.: Am liebsten fotografiere ich Architektur-Details. Klar, als Kind von Gelsenkirchen gehören natürlich auch die Stadt-Landschaften dazu. Hier bei uns ist ja einiges im Wandel. Ich finde es auch sehr spannend immer wieder Vergangenes mit der Kamera einzufangen und so zu bewahren.

Lumifaktur: Kannst du uns bitte kurz was zu deiner Ausrüstung sagen?
Axel O.: Na.. da sind jetzt natürlich als erstes diese schwedischen Würfel zu nennen. Hasselblad 503CX , 500C, 500 ELM , mit den Objektiven 80mm , 100mm (bevorzugt) , 50mm , 150mm. Man sieht also, diesen Kindheitstraum konnte ich mir wirklich erfüllen.

Dann gibt es da noch die Olympus OM-1, OM-2 und OM-4 , mit Objektiven von 28-200, so ziemlich alles was passt. Eine  Bessa R mit Nocton 50mm, 1.7/35 und einem Leitz Objektiv 4/90 runden meine Ausrüstung ab. Dazu habe ich noch diverse TLR , auch Polaroid. Als Stative habe ich eins von Berlebach und ein Manfrotto Stativ mit einem Novoflex Kopf.

Lumifaktur: Gibt es so etwas wie eine Lieblingskamera bei dir?
Axel O.: Ganz klar. Das ist die Hasselblad 503CX mit dem Planar 3.5/100mm
Lumifaktur: Wenn du analog fotografierst, gibt es noch ein aktives Fotolabor bei dir?
Axel O.: Nicht wirklich. Ich mache bei mir nur noch die Negativentwicklung.

Lumifaktur: Printest du deine Bilder selbst oder lässt du das machen?
Axel O.: Nein, ich drucke nicht bei mir. Ich habe eine wirklich gute „Laborratte“ in der Nachbarstadt, ich lasse dort Fachvergrößerungen und ggf. digitales Ausbelichten machen. Der Mann ist Experte und weiß was er tut. So bekomme ich auf Anhieb die Ergebnisse, die ich will.
Lumifaktur: Dann hier mal eine etwas speziellere Frage, Axel. Hat sich deine Sichtweise oder deine Perspektive auf die Fotografie allgemein sowie deine Arbeitsweise durch die Zugehörigkeit zu Lumifaktur verändert?
Axel O.: Ja, doch. Hier und da fange ich Feuer für andere Bereiche der Fotografie. Was meine Arbeitsweise anbelangt, so kamen aus den Reihen der Lumifaktur und auch schon von der Photoportale oft produktive Anstöße für mich.

Lumifaktur: Was bringen dir die Diskussion und der Gedankenaustausch auf Lumifaktur?
Axel O.: Aus den Diskussionen kamen für mich vor allem Impulse für andere Projekte.

Lumifaktur: Eine ernste und ernstgemeinte Frage. Hast du einen „Geheimtipp“ zum Fotografieren für uns?
Axel O.: (lacht). Ich glaube, so etwas wie „Geheimtipp“ gibt es nicht. Aber ich liebe, gerade bei der Architektur, unübliche Kamerapositionen.

Lumifaktur: Hast du eine Art Lieblings-Lokation, wo du hingehst um dich zu inspirieren?

Axel O.: Kann man nicht sagen. Im Umfeld hat man ja schon vieles „abgefrühstückt“. Ich freue mich immer, gerade bei Reisen, auf Neues. Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, das dass, von dem man sich am meisten versprochen hat, fotografisch oftmals wenig hergibt.

Lumifaktur: Hast du ein besonderes Bild für uns, dass wir zusammen mit deinen Antworten im Blog
auf Lumifaktur.de zeigen können?
Axel O.: Ja, das habe ich…..

Lumifaktur: Erzählst du uns noch bitte kurz was zum Bild?
Axel O.: Lichtstimmungen stehen  gerade bei so schnörkellosen Objekten für mich im Vordergrund.. Hier war es zum einen wichtig, die richtige Tageszeit zu finden, Kameraposition und das gleißende Licht der griechischen Sonne irgendwie abzufedern. Das habe ich hier ganz brutal mit dem Rotfilter gemacht. Ich liebe die Schattierungen, ich mag es, wie das Licht Mitte links versucht, über eine Kante zu kriechen.

kirapan01_Axel O

Anmerkung: Das Bild wurde mit einer Hasselblad 500C , Planar 80mm , Rotfilter, Film Agfa APX 100 in D76 1+1 gemacht.

 

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