Neue Online-Ausstellung „Untertage im Ruhrgebiet“ von Bernd Uckermann

17. Oktober 2012 at 11:50

 

PP Fotograf Bernd Uckermann (zum Profil auf photoportale.depräsentiert faszinierende Bilder von einer Welt, die uns Normalbürgern in aller Regel verschlossen bleibt.
Er schreibt zu seiner Online Ausstellung „Untertage im Ruhrbebiet“:

„Es wird einem gleich zu Beginn schon ein bisschen mulmig, wenn man in einem
offenen Förderkorb zusammen mit etwa einem dutzend Bergleuten eng gedrängt
mit knapp 10 m/s 1.200 m in die Tiefe stürzt. Es ist dunkel und laut. Nur das
fahle Licht der Helmlampen beleuchtet den vorbeirasenden Fels. Nach einer
gefühlten Ewigkeit ist man dann schließlich unten. Und völlig überrascht. Man
steht in einem riesigen Raum, mehrere Stockwerke hoch, einer Kathedrale gleich.
Es ist hell erleuchtet. Viele Menschen wuseln irgendwie um einen rum wie auf
einem großen Bahnhof. Es ist laut. Unentwegt poltert von einem Laufband Kohle
in einen speziellen Förderkorb. Es ist feucht und sehr warm und trotzdem ist
man froh, dicke Klamotten mit Halstuch anzuhaben, denn es zieht höllisch.
Bewetterung nennt man das. Diese Winde tragen feinen Kohlestaub mit sich und
im Nu sieht man so aus wie man sich einen Bergmann vorstellt: schwarz. Bis vor
Ort ist es allerdings noch weit. Dort ist es dann meist noch lauter. Unterhaltung
nicht möglich. Riesige Maschinen hobeln oder schneiden die Kohle aus der Wand.
Es ist eng und die wenigen Menschen drängen sich um ein paar Leitstände, die
so ganz anders aussehen wie Übertage. Nun ja vielleicht nicht jedermanns Sache,
aber auf alle Fälle eine sehenswert Welt, die bald schon Geschichte ist.

Aber es gibt eine Alternative: Das Lehr- oder Ausbildungsbergwerk
Recklinghausen. Hier gibt es alles, was es in der realen Bergwerkswelt auch gibt.
Enge Tunnel und Schächte, es ist dunkel, es ist laut, es ist dreckig, es tropft von
der Decke, riesige Maschinen, Förderbänder, Versuchsstände, aber es gibt keine
Kohle. Ohne Kohle kein Grubengas. Ohne Grubengas keine Explosionsgefahr.“

Bernd Uckermann fotografierte mit einer Ricoh GXR (APS-C-Sensor) mit Leica-M-Optiken, 24,50 und 75 mm Brennweite bei ISO-Zahlen von 800 bis 3.200 mit und ohne Stativ. Er benutzte das vorhandene Licht und wo dieses gar nicht mehr ausreichte, half er geschickt mit einer Taschenlampe nach.

So entstanden – unter schwierigen fotografischen Bedingungen – beeindruckende  Bilder von hoher emotionaler Dichte.

 

Hier geht’s zur Ausstellung auf photoportale.de