Bild der Woche: „Wetterbuchen“ von Lutz Scherer

25. Februar 2011 at 11:31

Lutz Scherer schreibt zu seinem Bild „Wetterbuchen“:

„Ich fotografiere nur noch selten in Farbe, fast ausschließlich in Schwarz-Weiss. Bei den Aufnahmen der Wetterbuchen am Schauinsland habe ich mich ganz bewusst für Farbe entschieden.
Es gehört für mich zum Grundsatz, bereits bei der Wahl der Motive und der Konzeption von Bildserien zu entscheiden, ob die Aufnahmen als Farb- oder Schwarz-Weiss-Bilder ausgearbeitet werden. Auch lege ich im Vorfeld das Bildformat fest (z.B. 4:3, 2:1 oder 1:1), wodurch ein weitgehend verlustfreier Beschnitt der Bilder möglich wird.
Ich habe alle meine Fotografien der Wetterbuchen am Schauinsland in Farbe und im Format 2:1 geplant, gedacht und ausgeführt. Die Idee war, im Nebel- und Dämmerlicht des Winters besondere farbliche Stimmungen und Nuancen festzuhalten, also Farbfotos jenseits des üblichen Natur-Farb-Bilder-Klischees zu machen.
Die meisten Aufnahmen der Serie „Wetterbuchen“ sind in der sehr frühen Morgendämmerung vor Sonnenaufgang als Langzeitbelichtungen entstanden.

Mir geht es darum, dass die Fotografien ihre spezifische Atmosphäre (Kontraste, Tonwerte, Farbnuancen…) durch den Moment der Aufnahme und nicht durch die spätere Bearbeitung am Computer erhalten. Ihre besonderen Reize beziehen die Aufnahmen aus der Tageszeit, dem Wetter, dem Licht und natürlich den eingesetzten fotografischen Techniken.
Auch wenn es sich ausschließlich um digitale Aufnahmen handelt, spielt die digitale Bildbearbeitung keine maßgebliche Rolle bei der Entstehung der Bilder. Die Bilder sind dementsprechend nicht retuschiert.

Hier der genaue Workflow für das Bild „Schauinsland 13“, ausgeführt in Lightroom 3:
– Bei der Aufnahme eine Belichtungskorrektur um + 1Blendenwert
– Weißabgleich war nicht nötig
– Leichte Erhöhung des Kontrastes
– Leichte Verstärkung der dunklen Tonwerte
– Nach Kontraststeigerung und Anhebung der dunklen Tonwerte war für mein Gefühl eine Verminderung der Farbintensität nötig: also geringe Reduzierung der Farbsättigung.
– Beschnitt des Bildes nur oben auf das Format 2:1. Kein Beschnitt in der Breite.
– Schärfung.“